Vereinsgeschichte

Von der Gründung bis zur Gegenwart

Wie alles begann

 

Am 16. März 1926 schlug die Geburtsstunde des Eisenbahnermusikvereins Arnoldstein. Als  Obmann fungierte der Bahnhofsvorstand Artzmann und als erster Kapellmeister wurde Eduard Hansbach bestellt. Die Instrumente  erhielt der Verein großteils aus den Beständen der alten k.u.k. Militärmusik aus Pontafel dem heutigen Pontebba.

 

Auch wenn etliche Musiker bereits ein Instrument beherrschten, mussten einige ganz von vorne mit dem Musizieren beginnen. Durch intensiven theoretischen und praktischen Unterricht konnte bald der erste Auftritt beim Begräbnis eines Arbeitskollegen stattfinden. Aktive und passive Mitglieder des Vereins unterstützten selbst aus bescheidenen finanziellen Mitteln heraus den Verein.

 

Die erste eigene selbstständig organisierte Veranstaltung, ein „Musikerkränzchen“ fand am 4. Feber 1928 statt. Später wurde daraus der Eisenbahnerball und in jüngster Vergangenheit der Musikerball. Nachdem durch Kapellmeister Alois Vrba 1937 die musikalische Leitung an Karl Wolfsgruber übergegangen war, machte sich der musikalische Aufschwung des Vereins, bedingt durch die große Erfahrung des Kapellmeisters bei vielen Konzerten bemerkbar. Der Zweite Weltkrieg beendete die musikalische Tätigkeit des Vereins. Am 15. Oktober 1942 fand der letzte öffentliche Auftritt statt.

Blasmusik in der 2. Republik

 

Am 8. September 1950 wurde aufgrund der Initiative einiger Mitglieder und  unter dem ehemaligen Obmann Franz Wieser der Verein wieder neu gegründet, der Bahnhofsvorstandstellvertreter Walter Holzer zum neuen Obmann und die  musikalische Leitung wiederum an Karl Wolfsgruber übertragen,  so dass bald öffentliche Auftritte stattfinden konnten. Mit Kapellmeister Wolfsgruber verbesserte sich die Leistung der Musikkapelle ständig, viele Konzerte konnten bestritten werden wodurch der Verein auch einen finanziellen Aufschwung schaffte. Der bereits 1952 wieder eingeführte Eisenbahnerball erreichte 1957 für damalige Verhältnisse ein Rekordergebnis. So konnten Instrumente und Bekleidungsgegenstände in größerem Ausmaß angeschafft werden.

Die 1980er Jahre

 

1981 übernahm Richard Klinger die Führung des Vereins. Viele Konzerte, Auftritte im In- und Ausland, das jährliche Frühlingskonzert wurden während seiner Tätigkeit als Obmann veranstaltet.
 
Eine Konzertreise nach Berlin 1984 war für alle MusikantInnen ein unvergessliches Erlebnis und die Bereitstellung eines Proberaumes, in dem nach fast 60 Jahren der EMV-TK Arnoldstein die wöchentlichen Probe abhalten konnte, waren für den Verein Motivation und Antrieb sich weiter auf hohem Niveau zu bewegen.

Das 60-Jahr-Jubiläum feierte der Verein mit einem Bezirksmusikertreffen unter Teilnahme von in- und ausländischen Musikvereinen. Zu diesem Anlass überreichte Ehrenmitglied Leopold Aichholzer, Gastwirt in Gailitz, eine  Vereinsfahne, die bei jedem Aufmarsch der Musikkapelle getragen wird.  

 

Im Jahre 1987 folgte eine Einladung der Stadtgemeinde Berlin zur 750-Jahr-Feier. Das erste internationale Frühlingskonzert mit je einer Blaskapelle aus Italien und Jugoslawien (Slowenien)  wurde ins Leben gerufen. In den folgenden Jahren konnten bei vielen Wertungsspielen immer wieder sehr gute Erfolge erreicht werden. Seit 1990 tragen die MusikerInnen neben der ÖBB Uniform die „Untergailtaler Festtagstracht“.

Die 1990er Jahre

 

1991 wurde der erste Tonträger des Vereines „Hier an der Grenze“ vorgestellt und Emanuel Ambrosch leitete viele Jahre als Obmann den Verein. Auftritte im In- und Ausland folgten. 

 

Kapellmeister Johann Egger verstand es, das Programm der Frühlingskonzerte abwechslungsreich zu gestalten. So traten namhafte Solisten wie Prof. Ebner,  Solotrompeter vom Mozarteum Salzburg, Oto Vrhovnik, Starsaxophonist aus Slowenien, oder Milan Kalhous Soloklarinettist von der Militärmusik Brünn aus Tschechien auf. Im Herbst 1995 übergab  Kapellmeister Johann Egger nach 20-jähriger Tätigkeit sein Amt an seinen Stellvertreter Ing. Siegfried Moser. Johann Egger wurde zum Ehrenkapellmeister ernannt.

Mit einem Jubiläumskonzert und einem dreitägigen Zeltfest feierte der Verein sein 70-jähriges Bestehen. Anlässlich dieses Jubiläums überreichte Leopold Aichholzer dem Vereinsvorstand einen Tambourstab mit zwei Schärpen. Leopold Hutterer fertigte eine edle, handgeschnitzte Vereinstafel an, die bei Ausrückungen von Hans Gruber  bis zu seinem Tode  getragen wurde.  

 

1997 wurde in Arnoldstein „10 Jahre  - anni - let“ ein internationales Frühlingskonzert mit den Blaskapellen aus Jesenice und Bagnarola veranstaltet.

Die Jahrtausendwende bis heute

 

2000 wurde im Mehrzweckhaus Riegersdorf vom 6. – 9. April die erste CD mit dem Titel „Am Dreiländereck“ tre amici … tri prijatelji … drei Freunde … aufgenommen. Das internationale Frühlingskonzert wurde unter dem Motto „Blasmusik International“ in Arnoldstein veranstaltet. Am 28. Mai 2000 gelang dem EMV-TK Arnoldstein unter Kapellmeister Ing. Siegfried Moser  der wohl größte Erfolg in der Vereinsgeschichte. Beim Wertungsspiel konnte in der Stufe C eine „Auszeichnung“ erreicht werden.

 

Im Jahr 2000 tritt Alfred Schaschl als Kapellmeister die Nachfolge von Kapellmeister Ing. Siegfried Moser an, nachdem er schon seit 1995 Kapellmeisterstellvertreter war. Ing. Moser wird Ehrenkapellmeister und in späterer Folge auch Stabführer. 2001 reist der Musikverein erneut nach Bösel und erreicht in der Marsch- und Dirigentenwertung jeweils den ersten Platz.

Im Jahr 2006 feierte der Verein sein 80-jähriges Bestandsjubiläum mit einem dreitägigen Fest. Nachdem der langjährige Obmann Emanuel Ambrosch sich nicht mehr der Wahl stellte, bestimmte die Generalversammlung Siegfried Cesar als neuen Obmann. Emanuel Ambrosch wurde in Würdigung seiner 14-jährigen Tätigkeit als Obmann zum Ehrenobmann ernannt. Unter der Leitung des Kapellmeisters Alfred Schaschl führten VereinsmusikerInnen das avantgardistische Konzert „Manöver 2007“ auf der Klosterburgruine Arnoldstein auf.

Im Jahr 2008 folgte die Erstellung eines neuen Vereinslogos. Dieses beinhaltet drei Fanfaren, ausgestattet mit dem Emblem der ÖBB und dem Wappen der Marktgemeinde Arnoldstein sowie der Lyra als Zeichen der Musik. Dieses Logo soll die Zugehörigkeit der Musikkapelle zur Eisenbahn, aber auch zur Marktgemeinde Arnoldstein als Trachtenkapelle, wiederspiegeln. Auf Initiative des Obmannes Siegfried Cesar wurden in der Adventzeit in den Pfarren Arnoldstein, St. Leonhard und Thörl-Maglern jährlich Adventkonzerte abgehalten, die sich großer Beliebtheit erfreuten.

Unter der Leitung des Kapellmeisters Alfred Schaschl begann im Jahr 2010 das Projekt einer erneuten CD Aufnahme.  Nach zahlreichen Proben und Vorbereitungen konnte schlussendlich ein Tonträger mit dem Titel „Handverlesen“ in der Carinthischen Musikakademie in Ossiach unter Mitwirkung von Prof. Oto Vrhovnik aufgenommen werden. Im Rahmen der CD-Präsentation im Frühjahr 2011 wurde Ehrenkapellmeister Johann Egger mit dem Ehrenring des EMV TK Arnoldstein gewürdigt. Neben weiteren zahlreichen Auftritten im Jahr 2011 nahmen die Vorbereitungen für die Teilnahme an den Euro Musiktagen in Bösel einen hohen Stellenwert in der Vereinsarbeit ein. Dort gelang es im September 2011 Kapellmeister Alfred Schaschl in der Dirigentenwertung den 1. Platz und bei der Orchesterwertung den ausgezeichneten 2. Platz zu erreichen. 

2014 übernahmen Johann Egger und Ing. Siegfried Moser gemeinsam die musikalische Leitung des Orchesters. Das 90-jährige Bestehen wurde im Juni 2016 mit einem Festkonzert gefeiert. Seit 2016 leitet Obfrau Daniela Vido den Verein und Johann Egger übernahm wiederum die musikalische Leitung der Kapelle. Im April 2017 nahmen die MusikerInnen nach zehnjähriger Pause wieder am  internationalen Frühlingskonzert in Bagnarola teil. Dieses Konzert wird nun wieder jährlich in einem der  teilnehmenden Länder stattfinden. Ein weiterer Höhepunkt 2017 war die Organisation und Veranstaltung des Musikertreffens "Blasmusik verbindet“ im Oktober in Arnoldstein.